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Harlequin's Glance


die glut CD: "Ashore" (2012)
Mit einem Walzer eröffnet die österreichische Folkrock-Band Harlequin’s Glance ihr drittes Album „Ashore“: Sofort dreht sich die Melodie in die Gehörgänge, ein Kontrabass knarzt morbide, Geige und Steel-Guitar verzehren sich nach „Marlise“, der geheimnisvollen Hauptfigur, die Drums knistern wie Kaminfeuer, und über allem die markante Stimme von Frontmann Gernot Feldner, rau und abgeklärt wie jene des späten Bob Dylan (ein gewagter, aber nicht zu weit hergeholter Vergleich).
Die pure, naive Kraft der Melodie ist eine der Stärken der Band, doch auch textlich gelingen Harlequin’s Glance eindringliche Bilder: „Noise and silence will stay in tune tonight“, singt Feldner im Stück „Further On“. Die Songs erzählen vom Scheitern und vom Weitermachen, von Vergänglichkeit, Heimatlosigkeit und inneren Exilen, und immer laden sie zum freien Assoziieren ein. Beim Anhören der wuchtig-theatralischen “Banjo Ballad" wähnt man sich an Bord eines schwankenden Schiffes im Schwarzen Meer, während unser Blick beim filigranen wienerischen Streichquartettsatz von „Where You Belong Tonight“ über nächtliche filmische Stadtlandschaften gleitet.
Unter den 11 Originalen finden sich zarte Gewebe von bizarrer Schönheit und atemlose, schräge Uptempo-Songs. Die Musik taumelt durch die zwielichtige Dämmerung, erstrahlt in gleißendem Sonnenlicht oder atmet die tiefe Stille später Nachtstunden, sie wirkt mal abgründig, zerrissen, wie von Fieberträumen geschüttelt, und kommt dann verspielt, atmosphärisch und zerbrechlich daher. Ebenso breit wie das Spektrum an Stimmungen ist das der verwendeten Instrumente. Die bezaubernde schwedische Nyckelharpa trifft auf grobschlächtige mexikanische Mariachitrompeten, dazwischen Straßengeräusche, schemenhafte elektronische Fragmente oder Percussionkuriositäten wie Besteckladen und raschelnde Plastiksäcke.
Man merkt allenthalben, dass hier nicht schnell, unter dem strengen Diktat der Musikindustrie ein Album konfektioniert wurde: Diese Musik und ihre Arrangements sind behutsam und in aller Ruhe gewachsen und gereift wie guter Wein – das macht ihren besonderen Zauber aus.
Harlequin’s Glance gehen seit 1999 ihren eigenen Weg. Die 5 Musiker bewegen sich stilistisch zwischen Americana, Folk- und Balkaneinflüssen, machen Musik von großer emotionaler Tiefe und überraschen bei den zur Gänze von ihnen selbst eingespielten Arrangements stets aufs Neue, mit beeindruckender Vielfalt und großem Erfindungsreichtum. Go for it!

Bandsite: Harlequin's Glance

Download Album: "Ashore"

Album (CD) bestellen: hier

Pressestimmen:
'Das Warten hat sich gelohnt! Mit 'Ashore' werden Harlequin's Glance ihrem Ruf als beste Folkrock-Band Österreichs mehr als gerecht.' (Concerto Magazin)

'Bei aller Zurückhaltung kann man da durchaus von internationaler Klasse sprechen!' (haubentaucher, CD des Monats)

'11 wunderschöne Balladen... Meister ihrer Fächer' - mehr lesen: (skug)

'...musikalisch ist die Band bestens aufgestellt, um den optimalen trüben Südstaaten-Folkton zu treffen.' - mehr lesen: the gap

Video: "Morning Light":